EU-Elektroausrüster bleiben großteils von neuen US-Zöllen verschont

Wir behalten unsere Fair Value-Schätzungen für Aktien der Zulieferer unverändert bei.

Matthew Donen 04.04.2025
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Werk von Schneider Electric

Die US-Regierung hat Zölle in Höhe von 20% auf europäische Waren verhängt und damit die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Die Aktien europäischer Elektroausrüster notieren 5% niedriger. Wichtig ist, dass das von Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit unterzeichnete Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada intakt bleibt.

Warum das wichtig ist: Die Normen für Elektrogeräte und -zubehör sind auf den verschiedenen Kontinenten unterschiedlich. Das führt dazu, dass die Anbieter von elektrischen Geräten ein lokales Geschäftsmodell verfolgen. ABB ABBN und Schneider Electric SU, die 25% bzw. 28% ihres Umsatzes in den USA erwirtschaften, stellen fast 90% ihrer Komponenten in Nordamerika her und beziehen sie dort.

  • Mexiko ist ein Zulieferer für die USA und in der oben genannten Zahl von 90% enthalten. Weil aber das USMCA intakt bleibt, sind die Auswirkungen der jüngsten Zölle nicht signifikant.
  • Legrand LR wird von den US-Zöllen am stärksten betroffen sein, da 45% seiner in den USA verkauften Waren importiert werden. Allerdings ist es den Anbietern von Elektrogeräten in der Vergangenheit gelungen, höhere Preise an die Kunden weiterzugeben.

Unterm Strich: Wir halten unsere Fair Value-Schätzungen unverändert - für Wide Moat Schneider Electric bei EUR 236, Wide Moat ABB bei CHF 45,50, Wide Moat Siemens SIE bei EUR 212 und Narrow Moat Legrand bei EUR 94. Die Aktien von Schneider sehen attraktiv aus.

  • Die am 2. April angekündigten Zölle werden die Rentabilität dieser Unternehmen nicht nennenswert beeinträchtigen. In der Zwischenzeit profitieren die Anbieter von elektrischen Ausrüstungen auch von säkularen Wachstumstreibern, einschließlich der Netzmodernisierung und Investitionen in künstliche Intelligenz, die wahrscheinlich kurzfristigen makroökonomischen Unsicherheiten standhalten werden.
  • Schneider bleibt unsere bevorzugte Wahl. Das Unternehmen ist bei mehreren Wachstumsthemen gut im Endmarkt positioniert und unserer Meinung nach aktuell 14% unterbewertet. ABB, Legrand und Siemens scheinen fair bewertet zu sein.


Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich über die Redaktions-Richtlinien von Morningstar.

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Über den Autor

Matthew Donen  ist Aktienanalyst bei Morningstar.